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Vom Licht zur Klingel

Zeitung zum Sonntag vom 4.6.2017

Wo Kinder und Jugendliche im Kreis Emmendingen zu FORSCHERN werden

Nichts vermittelt Wissen besser als praktisches Tun.  Im Landkreis Emmendingen  bieten der neu gegründete Verein „aluMINTzium“ und der seit 1998 aktive Verein Science&Technologie praktische Forschung für Kinder und Jugendliche an…

 

Ein Lernort für MINT-begeisterte Schüler

Emmendinger Tor vom 3.5.2017

Ab Sommer geht in Emmendingen das Schülerforschungszentrum „aluMINTzium“ an den Start

Ein Lernort für MINT-begeisterte Schüler Emmendingen. Wenn Jugendliche talentierte Sportler sind, verbringen sie in der Regel einen großen Teil ihrer Freizeit in einem Sportverein. Ist jemand musisch begabt, dann bieten Musikschulen und Musikvereine die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen. Doch wie fördert man außerschulisch die Talente und Interessen in Naturwissenschaft, Technik, Mathe oder Informatik?

Nun, im Landkreis Emmendingen tut sich derzeit eine Antwort auf. Für Kinder- und Jugendliche, die sich für die sogenannten MINT-Fächer begeistern, wird ab dem Schuljahr 2017/18 das Schülerforschungszentrum „aluMINTzium“ eingerichtet. In dem ehemaligen Zollamtsgebäude neben dem Haus am Festplatz werden sich interessierte Schüler aus
Emmendingen und der Umgebung auch außerhalb des Unterrichts entsprechenden Themen widmen können. Dabei werden sie kompetent begleitet. Träger des Projekts ist der
neugegründete Verein „aluMINTzium e.V“. Bei dem Namen handelt es sich um eine Abkürzung für „außerschulische Lernumgebung und MINT-Zentrum Emmendingen“. Gründungsmitglieder sind die Stadt Emmendingen, der Landkreis Emmendingen, vier Schulen in Emmendingen, der Verein  „Science & Technologie“ sowie das Sexauer Unternehmen Maxon Motor. Den Vorsitz  hat CarstenMünchenbach, Leiter des Technischen Gymnasiums in Emmendingen, übernommen. Von ihm stammt auch die Idee.  „Der Lernort soll offen für alle interessierten  Kinder und Jugendlichen sein“, sagt Münchenbach. Schon jetzt habe man mit den Schulen in Emmendingen und der Umgebung  denKontakt hergestellt. Der Betrieb im „aluMINTzium“ solle vor allem nachmittags – also außerhalb des Unterrichts – stattfinden.
Inhaltlich gehe es darum, die Schüler in den MINT-Fächer zu fördern und daran anknüpfend die Begeisterung für Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Physik zu wecken. Gleichzeitig wolle man begabte Jugendliche und Unternehmen sowie Hochschulen zusammenbringen. Münchenbachs Idee stieß auf schnell auf offene Ohren. „Es ist ein Weg, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“,  sagte Landrat Hanno Hurth am Freitagvormittag bei der ersten Vorstellung des Projekts. Der Landkreis stellt dem „aluMINTzium“ das aktuell leer stehende, ehemalige Zollamtsgebäude zur Verfügung. Langfristig könne man sich vorstellen, die Einrichtung in den geplanten Mensa-Neubau neben den GHSE zu integrieren. Begrüßt wird das Projekt auch von der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik der HochschuleOffenburg. „Die Zahl  der Neuanmeldungen bei uns nimmt allmählich ab – dies liegt vor allem am demografischenWandel“, fügte Professor GüntherWaibel hinzu. „Wir stehen noch ganz am Anfang“,
sagte Carsten Münchenbach. Gesucht werden beispielsweise Unterrichtsmaterialien (Münchenbach: „Vielleicht ausrangierte Werkbänke oder Werkzeuge?“), ehrenamtliche
Dozenten („Vielleicht ja Handwerksmeister im Ruhestand?“) oder Unternehmen, die sich auf welche Art auch immer in das Projekt einbringenwollen. Interessierte Kinder und
Jugendliche jedenfalls können sich an ihrer jeweiligen Schule melden. Daniel Gorzalka

Vorstellung des neuen Vereins in der Badischen Zeitung

BZ vom 3.5.2017

„Wir wollen wirklich was bauen“

Der Verein Alumintzium fördert Jugendliche, die an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik interessiert sind.

  1. Landrat Hanno Hurth, Professor Günther Waibel, Carsten Münchenbach und Thomas Kruse vor dem künftigen Domizil des Vereins Alumintzium in der Schwarzwaldstraße in Emmendingen. Foto: Marius Alexander

EMMENDINGEN. Am 2. Februar ist als unabhängiges Mitglied des Schülerforschungszentrums Region Freiburg in Emmendingen der Verein Alumintzium gegründet worden. Er will Jugendliche aller Schularten, die an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik interessiert sind, fördern und ihnen entsprechende Angebote bieten. Dafür stehen Räume in einem Gebäude in der Schwarzwaldstraße direkt neben dem Haus am Festplatz des Landkreises zur Verfügung.

Was ein Sportverein für sportbegeisterte Jugendliche ist, dass soll Alumintzium für technisch talentierte und interessierte Schüler (insbesondere Mädchen) aller Schularten sein. Um diese Idee auch im Landkreis Emmendingen umsetzen zu können, haben der Landkreis, die Stadt Emmendingen, vier Schulen, die Hochschule Offenburg, der Verein Science & Technologie in Teningen und die Firma Maxon Motor in Sexau den Verein aus der Taufe gehoben. Vorsitzender ist Carsten Münchenbach, Leiter des Technischen Gymnasiums an den Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen (GHSE).

Bei einem Gespräch mit Pressevertretern erläuterte Münchenbach, dass die Konzeption unabhängig von irgendwie gearteten unternehmerischen Absichten entwickelt worden sei. Der Verein sei „offen für alle und frei von Interessen von Einzelnen“. Das bedeute auch, dass die künftigen Angebote ohne jegliche Zugangsvoraussetzungen angenommen werden könnten. Münchenbach: „Noten und Schularten spielen keine Rolle.“ Wichtigstes Ziel des Vereins sei es, Begabungen zu fördern und zu wecken. Darüber hinaus sollen Jugendliche und Unternehmen zusammengebracht werden. Beispielsweise dadurch, dass Betriebe Kurse anbieten. Nachmittags nach dem Ende des Schulunterrichts und ohne den Zuschnitt typischer Schulstunden, denn das hätten die Schüler jeden Morgen.

Im Blick hat der Verein Angebote von Lehrern, begabten Schülern, Unternehmen, Bildungspartnern sowie der Hochschule Offenburg. Letztere setzt, wie Professor Günther Waibel im Verlauf des Pressegesprächs erläuterte, mit einem Studierenden und dem Thema „3D-Druck“ im September das Startsignal. Mit Waibels Hinweis: „Wir wollen ja nicht nur Theorie machen, wir wollen wirklich was bauen“ verband er die Einladung an ehemalige Handwerksmeister, sich und mit ihrem Wissen − womöglich samt gebrauchten Maschinen − einzuklinken.

Für GHSE-Schulleiter Thomas Kruse hat das im Jahr 2007 gegründete Lörracher Schülerforschungszentrum Phaenovum so etwas wie Vorbildcharakter. Dort sei Dynamik gepaart mit einem räumlichen Provisorium, das eher einem Jugendzentrum gleiche. Für alle Beteiligten (Jugendliche, Betriebe, Schulen, Hochschulen) entstehe eine „Win-Win-Situation“. Denn im Blick des Vereins sind schließlich auch die Unternehmen, die über Mangel an technischen Nachwuchskräften klagten, wie die Hochschulen. In Offenburg, sagt Waibel, werde registriert, dass erstmals ingenieurwissenschaftliche Studiengänge nicht ausgebucht seien.

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